Café Schlossbucht – Schwerin, Franzosenweg

20 04 2013

In Schwerin ist der Ziegenkäse los! Und im Café Schlossbucht sogar Ziegenkäse aus der Region. Zumindest liest sich das so in der Karte. Und ich will das mal glauben.
Es war ein Freitagnachmittag und wir wollten fix einen Kaffee trinken, draußen; obwohl der Himmel graute und das eine oder andere Wasserflöckchen die Luft beleckte.
Im Café Schlossbucht war auf der Terrasse eingedeckt und eine sehr angenehme Kellnerin kredenzte warme Decken und die Karte.
Diese las sich so fröhlich feinschmeckerlich, daß es nicht beim Kaffee blieb und ich den in Speck gebackenen Ziegenkäse aus der Lewitz testen mußte. Denn es waren dazu gratinierte Tomaten und Sanddorndings, also so eine Art Dressing, versprochen.
Für 7,90 Euro!
Es war tatsächlich großartig. Von einem Feuerwerk möchte ich nicht sprechen, aber ein klein wenig Euphorie ist hier angebracht, gerade auch im Vergleich mit der Herzoglichen Dampfwäscherei.
Gebackener Ziegenkäse mit Schloßblick – im Café Schlossbucht kann ich das empfehlen.

Update 8.5.2013
Heute gabs die Tappas Tricolore. Etwas verwirrt war ich ob der Bezeichnung. Noch verwirrter war ich ob der Zusammenstellung. Die Bezeichnung ließ auf eine spanisch-italienische Koproduktion schließen. Doch am Ende war es eine Mittelmeer-Konnektion, denn es fand sich auf dem Serviergeschirr griechischer Schafskäse, der vermutlich in Frankreich hergestellt worden ist ebenso wie eine sehr leckere scharfe Knoblauchsauce unbestimmter Nationalität und Gurkenscheiben mit Knoblauch.
Ich wills mal so sagen: Wer schon mal in Spanien und Frankreich und Italien und Griechenland und in der Türkei mit Vergnügen gespeist hat, dem möchte ich die Tapas empfehlen.
Zwei Minuspunkte: Das dazugereichte Brot war mit 4 Scheibchen für 2 Erwachsene sehr bescheiden bemessen und die spanische Salami (Chorizo) war von minderer Qualität. Wer auf Chorizo abfährt, der sollte vorher fragen, ob die Küche eine hochwertige Sorte vorhält. Wenn nicht, dann: Finger weg!





Herzogliche Dampfwäscherei – Schwerin, Großer Moor Ecke Werderstraße

24 03 2013

Ich glaube, da haben wir etwas entdeckt.
Ziegenkäse im Speckmantel an Salat mit Himbeerdressing! Seit wann gibt es in Schwerin ein Restaurant, das lustige Gerichte auf der Karte führt?
Ich kann es nicht genau sagen, aber ich vermute: Seit Anfang 2013.
Dort, wo bis vor kurzem noch das Weinhaus Krömer residierte, befindet sich nun die Herzogliche Dampfwäscherei. Obwohl das Quatsch ist, was ich schreibe, denn die Dampfwäscherei gab es bereits zu Herzogs Zeiten. Sagt ja der Name.
Also: Krömers haben das Objekt saniert und sind dann leider verschwunden. Kulinarisch kein Verlust, aber den Weinhandel mochte ich sehr gern.
Die Ex-Schloßcafé-Fee hat übernommen, ist dem Aristokratischen treu geblieben und gab dem historischen Gemäuer seinen Namen zurück.

Wir wollten nur einen kleinen Mittagshappen.
Ich freute mich über die Ziegenkäse-Variation. Zumindest bis zu dem Moment, als sie vor mir stand: Ein Riesenberg Salat und vier (in Zahlen: 4) Scheibchen von der ordinären Ziegenkäserolle geschnitten und in Bacon gebacken. Für 8 Euro ist das – gelinge gesagt – etwas gewagt. Andererseits ist es als Vorspeise ausgewiesen und ich hasse es, wenn Vorspeisen riesig sind. Wichtig: Es hat wunderbar geschmeckt.
Besonders gefällt mir eines: Die Karte liest sich unaufgeregt. Schlicht werden dort feine Schweinereien angepriesen, so als wäre dies normal in der Hauptstadt der schlechtesten Restaurants.
Zu allem Überfluß war unsere Kellnerin auch noch ziemlich nett!
Ich werde wieder dort hin, denn ich bin neugierig, welches Trüffelöl zum Carpaccio gereicht wird und ob das Reichen des Öls extra berechnet wird.

Denn das war der unangenehme Teil des Besuchs: Meine Begleitung nahm zu ihrem Salat keines der üblichen Dressings, sonder bat um Essig und Öl. Das gab es dann auch und kostete am Ende 2,50 Euro extra. Das ist – gelinde gesagt – etwas gewagt.

Herzogliche Dampfwäscherei





Casagrande (Update) – Schwerin, Werderhof

9 03 2013

Gestern wieder dort gewesen. Neues, sehr nettes Personal mit kleinem Bestell- und Bringechaos. Aber das kann ja mal passieren, das war nicht so wild.
Schlimm aber war: Die “Vorspeisen vom Buffet” schmeckten alt, viele Tage alt. Die Zucchini-Scheibchen hatten bereits einen Schimmelgeschmack und die getrockneten Tomaten schmeckten gatschig und fühlten sich schmierig an. Mehr habe ich dann nicht probiert. Das war ekelhaft.

Das Schlimmste daran ist: Wenn man sich nicht mal mehr auf das Casagrande verlassen kann, dann kann man in Schwerin also gar nicht mehr gefahrlos essen gehen?





Café Prag – Schwerin, Schloßstraße

4 02 2013

Es gibt Orte, an denen habe ich so ein heimeliges Gefühl; Orte an denen sich scheinbar nichts geändert hat seit, ähm… 30 Jahren, gefühlt. Einer dieser Orte ist das Café Prag. So zuverlässig unverändert, wie auch die Marmelade in Omas Küchenschrank immer noch am gleichen Fleck steht.
Dieses Café mit dem wunderbar spießigen Ambiente, mittendrin die herb-freundlichen Kellnerinnen und auf der Karte ein feines Angebot. Passend zu den Erinnerungen von vor 30 Jahren spielt NDR2 den Soundtrack; ein mutiges Musikprogramm für Langweiler, irgendwas zwischen gut abgehangenen 80ern und aktuellem DSDS-Geschmiere… egal alles zusammen klingt, als wäre ich nie erwachsen geworden. Schon seltsam.

Die Karte liest sich ausgezeichnet, sie bietet eine Feinschmecker-Vielfalt ohne großes Trara. Da finden sich die “Blätterteigpasteten mit Kalbsragout” (5,10 Euro) ganz unaufgeregt neben “Strammer Max”. Das ist erfrischend und ich entscheide mich für…: Geflügelsalat mit Toast (5,30 Euro), dazu ein Kännchen Assam (“Assam Dark Passion”, 3,60 Euro).

Was soll ich sagen: es gab nix zu meckern, stattdessen freue ich mich auf den nächsten Besuch.

Café Prag





Vineria-Fraschetta – Berlin, Gabriel-Max-Straße

25 01 2013

Eine kleine feine Karte, eine kleine nette Kellnerin und ein kleiner Gastraum. Bei soviel Kleinheit erwartet man eigentlich ganz große Preise, aber diese Erwartung wird hier enttäuscht.

Der kleine Antipasti-Misti-Teller für 7,50 Euro war übersichtlich aber sehr gut ausgewählt. Da war eine Ananas-Macadamia-Chili-Konfitüre, gegrillte Paprika, scharfe Sellerie, saure Bohnen, Pecorino, Schinken und Salami (und noch ein Käse, aber den habe ich nicht erkannt, der hat auch vernachlässigbar geschmeckt).
Hauptgericht: Mezzemanicche an Gulasch Friauler Art für 10,50 Euro. Friauler Art steht für Gulasch mit Sauerkraut. Das war auch sehr angenehm.
Es gab dann noch einen Käseteller als Nachtisch (mit Orangenblütenhonig), der empfohlene Wein ging auch in Ordnung und so war der spontane Besuch in diesem kleinen Lokal ein großer Erfolg.

Da ist er: Mein kleiner Italiener





Amber – Berlin, Simon-Dach-Straße

25 01 2013

Für alle, die nicht viel lesen wollen: wider Erwarten mußte ich nach dem Essen nicht brechen.

Das war so: ich hatte Hunger, ich hatte Lust auf indisches Essen und ich wollte mal wieder im Friedrichshain wandeln.
Und mit traumwandlerischer Sicherheit trieb es mich ins “Amber”.
Eigentlich hätten mich die Toiletten bereits abschrecken müssen, aber in Berlin ist das immer schwer zu sagen, denn dort gibt es offensichtlich einen heimlichen Wettbewerb der Gastwirte um die beschissenste und ekligste Toilette. Ich finde, das “Amber” hat an diesem Tag gewonnen, denn ein vollgekotztes Waschbecken zur Mittagszeit (also von gestern) ist wohl schwer zu übertreffen.

Das Essen war günstig. Sauer-scharfe Suppe für 2,50 Euro und das Chicken-Gericht (102) für 8,50 Euro. Allerdings war die Chickensauce vermutlich exakt dasselbe wie die Suppe. Der Reis war lauwarm, der Salat egal…
Es war günstig, schlecht und hat auch schön lange gedauert. Bis ich bezahlen durfte, ließ mir der Kellner ca. 20 Minuten Zeit für das Studium der von mir mitgebrachten Unterlagen.
Dafür vielen Dank.
Und: auf Nimmerwiedersehen!





Reingefallen: Unser Norden – Kartoffeln

19 01 2013

Gleich zu Beginn: Nein, ich habe nicht bei Coop nachgefragt. Ich denke, das erübrigt sich, wenn man weiß, wie die Lebensmittelbranche arbeitet und wie Marketing funktioniert.

Unser Norden” ist ein Coop-Label und wirbt sehr fröhlich mit “regionaler Qualität”.
Ich fiel drauf rein und kaufte ohne nachzudenken einen Sack “Unser-Norden”-Kartoffeln (mehligkochend). Und hätten die Kartoffeln tatsächlich mehlig gekocht und dann auch geschmeckt, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mir das Etikett etwas näher anzuschauen, um dort die Beschwörungsformel “gemäß Berliner Vereinbarungen” zu entdecken.
Normalerweise schweigen unsere Lebensmittelprofis sehr auffällig, wenn es um Herstellungsorte und Produktionsbedingungen geht. Sie schweigen vor allem dann, wenn sie ahnen, daß es besser sein könnte, nichts zu verraten. Insofern ist es total auffällig, wenn auf dem Kartoffelsack neben dem Label “Unser Norden”, das Regionalität suggeriert, auch noch die “Berliner Vereinbarungen” angeführt sind.
Leider ist das auch schon alles zum Thema “lokal statt global”. Die Berliner Vereinbarungen vereinbarten offenbar nicht, ob die deutsche Kartoffel auch in deutscher Erde wachsen muß. Wär ja auch blöd, wo doch ägyptische Gutsbesitzer viel billiger produzieren.

Und hätte Coop ein gutes Gewissen, dann würde die Herkunft auf dem Etikett stehen und auf der “Unser-Norden”-Website würde man uns bestimmt den einen oder anderen deutschen Kartoffelbauern vorstellen. Oder habe ich da was übersehen?

Warum ich für diesen Firlefanz meine Zeit verschwende? Weil ich es doof finde, daß sich die Lebensmittelvergifter so dreist in den Regional-Markt hineinschleichen und unter dem Lokal-Label denselben Dreck verkaufen, wie vorher. Nur daß die Menschen im Supermarkt quasi veräppelt werden.

Stolz wirbt Coop mit dem Mecklenburger Kartoffelveredlungswerk oder mit Ludwigsluster Fleischwaren… woher die wiederum ihre Rohstoffe beziehen, wird im Marketingtext gekonnt vernebelt.

Jedenfalls: kämen die “Unser-Norden”-Kartoffeln tatsächlich aus dem Norden, dann wäre Coop stolz wie Bolle und würde das auch dick aufs Etikett schreiben.
So kann man davon ausgehen, daß die Dinger einen verdammt weiten Weg hinter sich haben. International vermutlich.
Und wie gesagt: geschmeckt haben sie auch nicht. Sie waren weder mehlig noch lecker. Die Krönung: am nächsten Tag wollte ich aus den Resten – wie so oft – Kartoffelpüree machen. Das ging aber nicht! Mit dem normalen Kartoffelstampfer blieb der Brei klumpig und schmeckte gatschig. Hätten wir Schweine, hätte ich das Püree weitergereicht – in den Stall.








Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: