Ein Ruf eilt diesem Haus voraus und schürt hohe Erwartungen.
Leider hielt die Realität nicht stand.
Es war nicht schlecht, wirklich. Und sogar nicht besonders teuer. Am Ende mit knapp 50 Euro für 2 Personen inkl. Vorspeise, 2 Schoppen Wein und einer großen Flasche Wasser.
Es gab: gebratene Wachteln, gefüllte Kartoffeln mit Rinderfiletstreifen, und Vorspeisen vom Buffett.
Das vom Kellner avisierte Wasser “San Pelegrino” entpuppte sich als irgendein einheimisches (ich glaube “Güstrower”).
Bei allen Speisen fiel auf, daß mit Gewürzen (in der Karte) zwar geprahlt, aber scheinbar kaum gearbeitet wird. Die Rosmarinkartoffeln waren irgendwie keine. Dafür lag der Rosmarin auf dem Tellerrand.
Mit Salz wurde gespart und der Vorspeisenteller war etwas angeberisch.
Bereits die Karte las sich sehr verspielt, als wäre sie von einem 20jährigen geschrieben, der soeben die Orangensauce entdeckt hat.
Also: eine ausführliche Karte mit vielen Gerichten auch für die verschiedensten Geldbeutelgrößen – die Wahl war schwer; die korrekte Bedienung, der Vorspeisenteller und das dazu gereichte Brot machten einen soliden Eindruck und schürten Hoffnung auf einen grandiosen Hauptgang.
Leider waren die Hauptspeisen etwas eigenwillig auf den Tellern platziert, so durcheinander. Die Wachteln waren schön braun gebraten, aber nicht ein wenig knusprig; das Weißbrot lag in der Mitte des Tellers und nahm die sehr leckere Sauce fast komplett auf. Schade.
Irgendwie stimmte nichts – inkl. Ambiente -, und doch war es nicht ganz schlecht.
Ein wirklich eigenwilliger Eindruck. Ich werde dort wieder einkehren müssen, vielleicht hatte die Küche ja nur einen schlechten Tag.
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