Essen wie zu Wallensteins Zeiten in Neubrandenburg

26 12 2007

Es begab sich am zweiten weihnachtlichen Abend, dass ich meine Familie ins Mittelalter entführte. Ein gar festliches Gelage in einem wohltemperierten Gasthaus. Es trug den Namen Brauhaus zu Wallenstein. Dort wurde nach einer gar lieblichen Begrüßung durch Jungfrauen in mittelalterlichem Gewande der Einnahme der Leibspeisen mit den Händen gefröhnt. Weder des Teufels Werkzeug, die Gabel, noch Löffel waren am Tisch, nur ein gar mächtig Dolch wurde den Herren, Knappen und Mägden gereicht. Dazu ein Tonschüsselchen für die Speis und ein Humpen für den Trank zum Bechern.. Alsbald brachte der Mundschenk die Suppe. Meine Mutter (79) versuchte den Wirt zu bestechen und für die Vorsuppe wenigstens einen Löffel zu bekommen, nix da.. Suppe wird geschlürft.. Danach reichte man uns eine Wallensteinplatte.. Darauf waren gar herrlich Gebratenes vom Federvieh (Ente, Hähnchen) und auch gar arg Leckeres vom Borstentier ( Spareribbs, Spanferkel und Haxe) . Dazu gab es Klöße, Erdäpfel in ihrer Schale, gequetschte Erdäpfel in gar heissem Öl gebacken (Kroketten )und Goldtaler (frittierte Kartoffelscheiben) , ein weisses und ein rotes Kraut vom Kohle .. Und all das war dann mit den Fingern zu futtern. War das ein Gaudi. Das Fleisch ging ja recht gut. Jeder riss irgendeinem Viech einen Schenkel aus oder grabbelte sich eine Beilage in sein Schüsselchen, aber Sauerkraut und Rotkohl ebenfalls mit den Fingern zu futtern brachte dann wirklich Fun. Weiterhin ausdrücklich erwünscht, Rülpsen und Furzen, wenn es denn schmecket. Das haben wir uns dann aber doch verkniffen.. Nach dem gar reichlichen Mahle gabs ein Schüsselchen zum reinigenden Handbade, wobei die gnädigen Herren von der Bedienung gewaschen und getrocknet wurden und wir Frauen Mägde uns allein behelfen mussten. Alles in allem ein gelungener Abend. Nun muss ich mich nur wieder fix an die heutige Sprache gewöhnen, denn so ein Abend mit mittelalterlichem Geplänkel verführet doch gar sehr es weiter so zu schwätzen.

Nachsatz: Pro Person 16 Taler (bei 2 Essern) je mehr Leute zusammen kommen, je preiswerter wird das Ganze. 6 Leute : pro Nase 9,50 usw. Super Service, lecker Essen, sehr schönes Ambiente. Heute mit Livemusik von einer mittelalterlichen Spielmannstruppe..

von Käferchen





Suppenstube – Schwerin

7 12 2007

Jein.

Ein ganzer Sack voll Suppen. Erbsensuppe, Linsensuppe… ich wollte Steckrübeneintopf. Und bekam ihn auch. Denn wo Steckrübeneintopf (norddeutsch: Wruckeneintopf) schmeckt, da wird ordentlich gekocht.
Tja, was soll ich sagen? Möhren, Wrucken und Kassler würfeln und in Instantbrühe weichkochen… das ist kein Wruckeneintopf. Hier fehlte eindeutig die Oma am Herd.
Und sicherlich kann man einen solchen Eintopf „hausgemacht“ nennen, aber das Erlebte ist es nicht, was ich darunter verstehe.

Nicht schön war außerdem: Die Frau fragte mich, ob noch ne Wurst mit rein soll!
„Ja, Wiener“ – wuff: schon kostete das Essen 1,20 Euro mehr. Das ist fett für ne Wurst.
So kostete mich mein Ausflug zum Eintopf lockere 4,20 Euro.

Ich denke, ohne Not werde ich dort nicht mehr einkehren.
(Seltsam: meine Intuition hat mich schon etliche Male dran vorbeigehen lassen, jetzt weiß ich, warum.)

von tochkopf





Kein Gerücht: französisch ab Januar

6 12 2007

Schon lange gibts das Boulevard-Restaurant in Schwerin in der ehemaligen Schlosshalle. Und es hatte auch schon immer was französisches. Ab Januar 2008 wird es endlich auch französisch. Das werden wir natürlich testen!!!

von tochkopf





Weihnachten im Kartoffelhaus Nr. 1

6 12 2007

Ich wollt nur ne Kartoffel essen. Bietet sich ja an im Kartoffelhaus. Und nun? Lag da ne Karte mit dem Weihnachtsangebot. Wildgulasch, Hirchrollbraten, Forelle, Ente, Wildschwein, Rinderfilet und Bratapfel.
Da wärs natürlich Quatsch, ne Kartoffel zu essen, die ich auch im Januar oder März bekomme.
Also gabs Wildgulasch mit Pilzen, Rosenkohl und Schwenkkartoffeln.
Der Gulasch war wunderbar zart, Pilze waren nicht sehr üppig vorhanden. Der Rosenkohl war gelungen, heißt: nicht bitter und nicht zu bißfest. Die Kartoffeln waren tatsächlich in Butter geschwenkt. Zumindest sahen sie so aus. Und für 8,90 € gabs ne wirklich pralle Portion.

Großes Lob.

von tochkopf





Polnisch Mittag: Weihnachtsmarkt Schwerin

6 12 2007

Wunderbar! Auf dem Schweriner Schlachtermarkt gibts einen polnischen Futterstand. Dort war ich bereits 2 mal zum Mittag futtern und ich bin begeistert.

1. Bigos (Sauerkrauttopf mit Fleisch oder Wurst), herrlich kräftig gewürzt, obwohl schon eingedeutscht, also nicht wirklich scharf. Dazu ein leckeres Stück Brot. Großartig. 4 Euro ist nicht wenig, dafür aber sind die VerkäuferInnen echt fetzig.

2. Pierogi (gefüllte Teigtaschen), lecker gefüllt mit Hack oder Kraut, gekocht und dann in der Pfanne heiß gemacht in Schmalz mit Zwiebeln. Herrlich! 3 Euro, völlig zu Recht. Die Portion ist nicht groß, aber sehr sättigend.

Heute gehts aber mal wieder ins Kartoffelhaus. 5,90 für ne Backkartoffel mit Sourcream und Speckstreifen – toll.

von tochkopf