TAORMINA - Hamburg, Fuhlsbütteler Strasse

12 04 2008

Herrlich das. Es gibt vermutlich in jedem Restaurant bestimmte Gerichte, die man nicht essen sollte.
Dafür gibt es auch bestimmte Gerichte, die man aber unbedingt essen sollte - im Taormina wären das zum Beispiel die gebratene Kalbsleber auf Ruccola, oder der Tiramisu; und auch die geschwenkten Champignons im Vorspeisenbuffet … Obwohl ich mir beim Tiramisu nicht sicher bin. Der könnte auch aus der Fabrik, also vom Großhändler sein; sehr hausgemacht schmeckte der nicht.
Soweit also ein paar Pluspunkte.
Minus gabs für die Rabiata oder die Gorgonzolasauce. Auch die Carbonara ist grenzwertig, naja, aber machbar.

Das Taormina verspricht sizilianische Küche. Deshalb ist wohl klar, daß die venezianische Kalbsleber etwas fremdartig schmeckt - aber trotzdem sehr lecker.
Nur bei Gorgonzolasauce und den anderen Dingen, die uns nicht mundeten: es ist vielleicht Auslegungssache.
Obwohl… naja. Die Gorgonzolasauce hatte irgendwie nichts mit dem gleichnamigen Käse gemein. Vor allem nicht den Geschmack ;-)
In die Rabiata gehört nach meinem Wissen viel Speck und die Carbonara wird ebenfalls mit Speck hergestellt und nicht mit Kochschinken. Letzterer entfaltet einfach nicht das notwendige Aroma.

Das alles klingt jetzt ziemlich negativ, oder? Das sollte es aber gar nicht sein. Ich gehe gern dorthin. Und es ist gut, wenn man weiß, was man dort geniessen kann und was nicht.

Also kommen wir zu den Vorzügen des Restaurants:
Die Küche ist offen, jeder Gast kann also in die Töpfe und Pfannen schauen, wenn er will.
Das Personal ist mustergültig freundlich, kompetent und schnell.
Der Hauswein (rot) ist wohltemperiert und schmeckt, wie ein roter Tischwein schmecken muss: süffig, samtig, fruchtig.
Als Begrüßung gibts sehr leckeres Brot (eingedeutscht, also schön salzig) und eine Butter-Kräuer-Cremé; in dieser Woche mit Bärlauch.
Das Bistecca vom Rind ist wirklich medium und zart (und groß), das Carpaccio lecker belegt mit Ruccola und Parmesan, die Tomatensuppe fein cremig, der Espresso dunkel, bitter und kräftig.
Und am Ende gibts einen Grappa aufs Haus.

Also, meine dringende Empfehlung: wer in Barmbek Lust auf italienische Küche und rustikal-gepflegten Service hat, der darf sich hier bekochen lassen :)


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