Angler 2 – Schwerin, Nähe Bornhövedstrasse

28 07 2008


Das Ding gibts schon ewig. Die Architektur läßt auf Jahrhundertwende 19. zum 20. Jahrhundert schließen. Da ich aber von Architektur gar keine Ahnung habe, könnte es auch um 1920 rum sein. Oder 1870?

Fakt ist: hier kann man herrlich auf dem Steg sitzen, nen Erdinger verschlingen und den Booten und Enten zuschauen. Wunderbar maritime Atmosphäre, wunderbar niedrige Preise, wunderbar rustikale Vorkriegseinrichtung und eine wunderbar rustikale Chefin.





Pfaffenteichterrasse vs. Speicherhotel – Schwerin

25 07 2008

Geht. Pfaffenteich.

Nur das Publikum ist etwas seltsam und trübt die spießige Idylle (die ja auch mal schön sein kann). Bunte Mischung aus Touristen und Mode-Tätowierten mit Handy, Tussi, Audi… aber sonst? Naja, irgendwie passen auch die betrunkenen Sternburg-Zaungäste nicht ins Bild.
Wenn Schwerin eine richtige Stadt wäre, dann würden die Schlechtgekleideten wenigstens von Studenten und Künstlern neutralisiert. Dann wäre es auch wieder bunt und lustig.

Das Erdinger vom Faß ist mit 3,10 Euro angemessen. Es gibt sogar eine Halbliter-Karaffe Weißwein (Soave) für 6,80 Euro.
Also: kann man machen.

Muß man aber nicht, denn die Terrasse am Speicher-Hotel ist viel schöner, viel ruhiger, viel spießiger. Direkt am Ziegelsee mit Blick auf den Sonnenuntergang.





Ketchup – jetzt echt!

21 07 2008

Eher zufällig habe ich gestern eine Paste zum Pizzabestreichen hergestellt und fand, daß sie ähnlich schmeckte wie Ketchup. Allerdings war darin Mozzarella enthalten.
In Wirklichkeit war es ein 4 Tage alter Tomate-Mozzarella-Salat, den ich einfach nur püriert habe. Machte sich auf der Pizza sehr gut. Der Pizzateig war sogar noch älter: 5 Tage. Aber selbst angesetzt, so konnte ich Vertrauen haben ;-)

Heute also habe ich 6 Tomaten zerschnippelt, eine halbe Zwiebel und eine kleine Knoblauzehe hinzugegeben. Dazu kräftig Salz, eine große Prise Zucker, eine Handvoll frischen Liebstöckel, je eine kräftige Prise getrockneten Oregano und getrocknetes Selleriekraut und einen Finger frisches Basilikum. Je einmal kräftig Balsamico und Olivenöl reingehalten, Spritzer Zitrone, ne Prise Pfeffer und schon kann das Gemisch ziehen.

Und es schmeckt jetzt schon verdammt nach Ketchup!
Ohne Kochen übrigens.
Das ganze werd ich jetzt etwas stehen lassen. Mal sehen, wie es sich entwickelt.
(Und schon mal Halberstädter Würstchen kaufen!)

Update:
Am ersten Tag schmeckte die Mischung am besten und tatsächlich wie Ketchup. Schon am zweiten Tag kam ein etwas labberiges Aroma hinzu.

Fazit: Ketchup ist ein Frischeprodukt. Schnell angerührt und furchtbar gesund ;-)





Rhodos – Berlin-Grünau, Richterstrasse

17 07 2008

In Grünau ein Superrestaurant zu vermuten, grenzt an Unwissen. Und doch gibts zum Beispiel das „Chateau 105″. Dort war ich aber nicht, denn sein Ruf eilt ihm voraus: nobel und teuer. Ich hatte aber Appetit auf ein volkstümliches Lammsteak und irgendwas griechisches… also ging ich zum Griechen.
Und das war richtig, auch wenn es fast unmöglich war, denn die Außenterrasse mit fast 20 Tischen war gut besucht. Lediglich 3 Tische waren frei und zwei davon waren noch belegt mit schmutzigem Geschirr.
Das änderte sich schnell.
Es war warm, also trank ich Bier: Hefeweizen gibts hier vom Faß und ich muß sagen, ja, man kann sogar Schöfferhofer trinken (zumindest, wenns ausm Faß kommt ;-) ) und 3 Euro ist ein guter Preis.
Ich bestellte einen Spieß mit Lamm, Schwein und Hack, dazu Reis (11,20 €) und dazu einen Teller frittierte Kartoffeln mit Knoblauchsauce (2,80 €). Hätte ich gewußt, was auf mich zukommt, hätte ich das nicht getan.
Zuerst gabs gratis Brot und einen sehr leckeren Salat, dann kam mein Bestelltes, so ca. 10 Meter große Teller und Portionen so riesig wie Elefanten. Ich aß nicht mal die Hälfte und war sauer, daß mein Magen so klein ist. Es schmeckte großartig und ich hätte gerne weitergegessen bis zum Platzen.
Ich bestellte die Rechnung und schon gabs gratis Melonenscheiben und den üblichen Anisschnaps.

Jetzt wußte ich auch, warum die Terrasse so gut gefüllt war. In Grünau ist dieses Restaurant längst kein Geheimtipp mehr, sondern eine feste Institution. Viele Gäste wurden mit Handschlag begrüßt…
Also wirklich: herrlich. Wer in der Gegend ist und griechisch essen möchte, der MUSS hier hin.
(Daß die Bedienung freundlich-natürlich, kompetent und schnell war, muß ich nicht extra erwähnen, oder?)





Seglerheim, Schwerin – So sieht eine Suppe nicht aus

10 07 2008

So:
Sieht so eine Suppe aus, die 3,50 Euro kosten soll?
Nein.
Komplett aus Fertigware zurechtgerührt, zumindest dem Anschein nach, inkl. getrocknetem Schnittlauch.

Schwerin könnte so schön sein, wenn diverse Gastronomen sich nicht solche Fehltritte leisten würden.
Nach der Suppe hatte ich böse Ahnungen bezüglich meines Hauptganges, denn ich hatte die Lammkoteletts für 12 Euro gewählt. Derweil trank ich ein leckeres gezapftes Erdinger Weißbier (Pluspunkt wegen der Biermarke und wegen „vom Faß“).

Der Hauptgang war dann eine große Überraschung: sehr lecker, gut portioniert, auch fürs Auge; kräftig Knoblauch auf den Kotelettes, die Bratkartoffeln (sehr wahrscheinlich Fertigware, aber o.k.) gut gewürzt und nicht angebrannt, die Bohnen mit Speck (Speckwürfel aus der Packung) sehr ordentlich…
Mein Gegenüber hatte die Steakpfanne (auch für 12 Euro), die ganz offenbar ebenso zu Zufriedenheit und angenehmer Sättigung führte.

Am Ende bin ich mir nicht ganz sicher, wieviel tochköpfe ich dafür vergeben soll.
Die Suppe hat deutlich klargemacht, wie hier gekocht wird, d.h. in dieser Küche verläßt man sich auf vorgefertigte Produkte von Handelshof und ähnlichen Dienstleistern. Das bedeutet aber auch, daß der Ökofreund hier davon ausgehen kann, die maximal mögliche Anzahl von Lebensmittelchemie im Essen zu haben.
Andererseits war die Qualität im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht schlecht, die Bedienung freundlich und natürlich – sehr angenehm.

Bedeutet: Wer kein Problem damit hat, Fertignahrung für viel zu viel Geld zu verspeisen, der kann hier auf normalem Qualitätsniveau essen.
Auf jeden Fall kann man hier auf der Terrasse am Wasser sitzend lecker Erdinger vom Faß schlürfen.