Essen wie zu Wallensteins Zeiten in Neubrandenburg

Es begab sich am zweiten weihnachtlichen Abend, dass ich meine Familie ins Mittelalter entführte. Ein gar festliches Gelage in einem wohltemperierten Gasthaus. Es trug den Namen Brauhaus zu Wallenstein. Dort wurde nach einer gar lieblichen Begrüßung durch Jungfrauen in mittelalterlichem Gewande der Einnahme der Leibspeisen mit den Händen gefröhnt. Weder des Teufels Werkzeug, die Gabel, noch Löffel waren am Tisch, nur ein gar mächtig Dolch wurde den Herren, Knappen und Mägden gereicht. Dazu ein Tonschüsselchen für die Speis und ein Humpen für den Trank zum Bechern.. Alsbald brachte der Mundschenk die Suppe. Meine Mutter (79) versuchte den Wirt zu bestechen und für die Vorsuppe wenigstens einen Löffel zu bekommen, nix da.. Suppe wird geschlürft.. Danach reichte man uns eine Wallensteinplatte.. Darauf waren gar herrlich Gebratenes vom Federvieh (Ente, Hähnchen) und auch gar arg Leckeres vom Borstentier ( Spareribbs, Spanferkel und Haxe) . Dazu gab es Klöße, Erdäpfel in ihrer Schale, gequetschte Erdäpfel in gar heissem Öl gebacken (Kroketten )und Goldtaler (frittierte Kartoffelscheiben) , ein weisses und ein rotes Kraut vom Kohle .. Und all das war dann mit den Fingern zu futtern. War das ein Gaudi. Das Fleisch ging ja recht gut. Jeder riss irgendeinem Viech einen Schenkel aus oder grabbelte sich eine Beilage in sein Schüsselchen, aber Sauerkraut und Rotkohl ebenfalls mit den Fingern zu futtern brachte dann wirklich Fun. Weiterhin ausdrücklich erwünscht, Rülpsen und Furzen, wenn es denn schmecket. Das haben wir uns dann aber doch verkniffen.. Nach dem gar reichlichen Mahle gabs ein Schüsselchen zum reinigenden Handbade, wobei die gnädigen Herren von der Bedienung gewaschen und getrocknet wurden und wir Frauen Mägde uns allein behelfen mussten. Alles in allem ein gelungener Abend. Nun muss ich mich nur wieder fix an die heutige Sprache gewöhnen, denn so ein Abend mit mittelalterlichem Geplänkel verführet doch gar sehr es weiter so zu schwätzen.

Nachsatz: Pro Person 16 Taler (bei 2 Essern) je mehr Leute zusammen kommen, je preiswerter wird das Ganze. 6 Leute : pro Nase 9,50 usw. Super Service, lecker Essen, sehr schönes Ambiente. Heute mit Livemusik von einer mittelalterlichen Spielmannstruppe..

von Käferchen

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11 Kommentare zu „Essen wie zu Wallensteins Zeiten in Neubrandenburg

  1. Die Restaurants in Stuttgart und Greifswald gehören ja auch zum selben Besitzer wie das Brauhaus zu Wallenstein in Neubrandenburg und in Wolgast.

    Küchenmagd Anna aus dem Brauhaus zu Wallenstein in Neubrandenburg

  2. hallo magd anna 🙂 welche der schönen deerns dort warst du denn? die mit dem langen wallenden (falschen) haar oder die mit der kecken kurzhaarfrisur?

  3. Ich bin die Magd aus der Küche und helfe demKesselknecht bei der ZUbereitung der Speisen.

    Die Magd mit dem langen wallenden Haar ist die Magd Marie und die andere wird Magd Susi gerufen.

    Übbriegens meinte ich nicht Stuttgart sondern Stralsund. =)

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