Himbeereis, Apfelmus, Essigzwiebeln und Birnenkompott

Grandios, wie simpel und lecker das ist.
Grandios, zu welcher Faulheit man (von Werbung und Presse) angestiftet wird.
Grandios, wieviel Geld man sparen kann, wenn man sich ein wenig meditative Zeit gönnt. Ich höre in diesen Tagen eine alte „Keimzeit“-CD und bin positiv erschrocken über die grandiosen Texte.
Küchenarbeit und Musik passen wundervoll (grandios) zusammen. So gibts keine Langeweile.

Gestern nahm ich also ca. 8 Äpfel, wusch und viertelte sie und kochte sie in einer Handvoll Wasser weich, ca. 1/2 Stunde. Hinein kamen außerdem ca. 6 Teelöffel Zucker und eine Prise Salz.
Ein zweiter Topf auf kleiner Flamme, obendrauf die Flotte Lotte und alles durchgedreht und siedend abgeschmeckt.
Abgefüllt in Einweckgläser, auf den Kopf gestellt und abkühlen lassen.
Fertig und lecker.

Nebenbei schälte ich die Zwiebeln, die in diesem Jahr viel zu klein geraten waren und kochte sie in einem kräftigen Essig-Zucker-Wasser (+ Prise Salz) einmal auf. Abgefüllt im Weckglas, auf den Kopf gestellt und abkühlen lassen.
Saulecker!

Heute dann mußte ich Eis selber machen. Schon lange ein Traum von mir!

Also einen ordentlichen Schuß Sahne und ungefähr ein halbes Pfund Milch (beides: Hof Weitenfeld), ein Eigelb (Stenzels Landfleischerei), zwei kräftige Eßlöffel Himbeermarmelade (Eltern) und eine Prise Salz ausführlich mit dem Mixer geschlagen, mit Zucker abgeschmeckt und abgefüllt in eine Gefrierdose. Diese kommt in den Gefrierschrank und wird einmal pro Stunde gerührt.
13 Uhr eingestellt.
14 Uhr gerührt (am Rand war die Masse etwas hart).
15 Uhr gerührt (rundherum war der Rand schon ca. 1 cm dick gefroren).
16 Uhr gerührt (die Masse war schon sehr cremig-fest)
Jetzt noch mindestens 2 Stunden im Gefrierschrank frieren lassen und fertig.

PS: die frisch gerührte Masse schmeckte schon so grandios, daß ich kurz überlegt habe, ob ich sie nicht sofort vertilge…

Jetzt: 4 Birnen (Nachbars Garten)
Achteln und in einem kräftigen Essig-Zucker-Wasser (mit Prise Salz und Schuß Zitrone) aufkochen. 30 Minuten sieden lassen und abfüllen in Weckgläser, auf den Kopf gestellt…

Wer hat eigentlich gesagt, daß der November ein trüber Monat sei?

Soljanka!!!

Ich habs geschafft. Endlich ist mir die Gulaschsuppe gelungen, so wie ich sie in verklärter Erinnerung habe. Und ich will das Erfolgrezept nicht für mich behalten:
1/2 kg Rouladenfleisch (Rind, ist klar eigentlich)
1 rote Paprika
3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
etwas Sellerie
zwei Hände voll geschnittenen Weißkohl
1 l klare Rindsbrühe (hausgemacht mit: hellem Essig, Bohnenkraut, Oregano, Liebstöckel und Selleriekraut, Salz und Pfeffer)
je einen Finger: Rosmarin, Piment, Kurkuma
1 Lorbeerblatt
eine Hand voll Paprikapulver edelsüß
einige Teelöffel Salz (weiß nicht mehr wieviele, hängt auch von der Brühe ab)
1 Teelöffel Zucker
4 Piri-Piri
Weißweinessig
1 Schuß kräftigen dunklen Balsamico
Öl

Fleischwürfel in reichlich Olivenöl anbraten, Paprika und Zwiebeln hinzu, 4 Teelöffel Salz hinzu und weiter anbrutzeln.
Bald ergibt sich ein Sud und dann können alle anderen Zutaten in beliebiger Reihenfolge hinterdrein.

Das ganze dann ca. 2 Stunden auf kleiner Flamme einkochen lassen. Zwischendurch mit Salz und Essig nachwürzen, bis es paßt.
Nachdem die Suppe abgeschmeckt ist, muß sie noch genug Zeit zum Einkochen haben, möglichst eine halbe Stunde mindestens.

Servieren im tiefen Teller, in die Mitte einen Schuß Sahne und mit frischer Zitrone bespritzen.

GÖTTLICH!
(Nicht im Kühlschrank erschrecken, sondern auf dem Herd lassen. Am nächsten Tag, nach erneutem Erwärmen, schmeckt sie noch besser!)

Harzer Käse – Teil 6 und Ende

Nun, ich gebe es auf.
Einen Harzer zu produzieren, wie es ihn in meiner Kindheit zu kaufen gab, ist in meiner Küche schlicht unmöglich. Das weiß ich jetzt, nachdem ich Hilfe vom Käseladen Mühlenberg bekommen habe. Schwerins Käsechefin hat in der Käsebibel nachgeschaut: Schwitzprozeß und Reifesalze, relative Luftfeuchte und Rotkultur sind nur einige Stichworte.
Schade.
Nun muß ich wohl doch mal in den Harz fahren und einen Traditionsbetrieb ausfindig machen.

Meine Käse stinken trotzdem sehr lecker und sind außen gelb und innen weiß und bröckelig:

 

 

 

 

 

 

 

Das bedeutet aber auch: mein mißglückter Harzer ist nun ein wunderbarer Mecklenburger Sauermilchkäse. Jetzt lasse ich mir noch einen Namen einfallen und fertig ist ein neues Gourmet-Schmeckerchen 🙂

Harzer Käse – Teil 3

So. Neuer Versuch.
Habe also eineinhalb Pfund Quark 3 Tage lang abhängen lassen. Dann einen nicht ganz fetten Teelöffel Salz in die Masse gegeben, etwas Sahne hinzu und geknetet. Aus dieser Masse konnte ich dann vier Röllchen formen, die ich 2 Tage zum Trocknen an den kühlsten und luftigsten Ort der Küche gestellt habe (auf einem Holzbrett, bedeckt mit einem Geschirrtuch).
Nach 2 Tagen waren die Röllchen ziemlich fest und ich habe sie „umgebettet“ in ein Glasgefäß. Auch dieses habe ich nun mit einem Geschirrtuch bedeckt und weiterhin luftig und kühl gestellt.

Diese Vorgehensweise basiert auf einem Rezept aus dem www; es las sich, als wäre es von jemandem geschrieben, der weiß, wovon er schreibt.
Nun. Ich probier’s.

Laut Rezept sollten die Röllchen in ein Steingefäß und möglichst in den Keller.
Doch mein einziges Steingefäß ist schon belegt und immer in den Keller gehen will ich nicht, um nach den Röllchen zu schauen. Also probier ichs auf dem schattigen Fensterbrett des Fensters, das häufig offen steht.

Mal sehen 🙂

Harzer Käse – Teil 2

Irgendetwas läuft hier falsch. Leider gibt es im Internet einen Haufen Einträge zum Thema, aber es scheint, als wenn die meisten Autoren über Dinge schreiben, die sie gar nicht ausprobiert haben. Das würde mich nicht überraschen.
Fakt ist: mein Harzer reift nun schon seit 3 Wochen, bekommt aber nicht die typische gelbe glasige Konsistenz. Der Geschmack allerdings ist grandios. Es ist eher eine Art Käsecreme, die wirklich herrlich schmeckt.

Was habe ich getan?:
Anfangs habe ich Röllchen geformt und diese in einer Auflaufform und mit einem Essigtuch bedeckt in die Küche gestellt. Die Röllchen begannen langsam gelb anzulaufen. Die Temperatur in meiner Küche liegt immer um die 20 Grad. Nach fast 2 Wochen hatte ich gehofft, den Reifeprozess mit etwas Restofenwärme anzukurbeln (nach dem Brotbacken), doch der Käse ist teilweise zerlaufen (Das hätte mir auch klar sein müssen, wenn ich nur kurz darüber nachgedacht hätte).

Die Masse habe ich dann wieder verrührt und in ein Glasgefäß gefüllt. Dort reift sie seit einer Woche und riecht langsam ähnlich wie Harzer, nur die Konsistenz will nicht, wie ich will.
Nun schmeckt die Masse aber so genial, daß ich nicht länger zuschauen kann und werde den Käse wohl heute Abend vernaschen.

Aber ich habe wieder eineinhalb Pfund Quark zum Trocknen gehängt… 😉

Harzer Käse – Teil 1

Teil 1 ist bislang erfolgreich und ich muß gestehen, ich hätte die Käsemasse am liebsten gleich komplett vernascht.
Am Freitag vergangener Woche habe ich ca. 400 Gramm Quark zum Trocknen aufgehängt; bei Zimmertemperatur in meiner Küche. Hierzu ist eines ganz wichtig: der Quark kommt vom Hof Weitenfeld und besteht aus reiner unbehandelter Kuhmilch der höchsten Qualitätsstufe „Vorzugsmilch“.
Dieser Quark schmeckt schon im frischen Zustand anders als der aus dem Supermarkt.

Nach zwei Tagen fing der Quark an, zu riechen, aber schon am dritten Tag ging der Geruch wieder zurück. Am vierten Tag schon konnten meine Gäste keinen „Gammel“-Geruch wahrnehmen. Gestern habe ich das Tuch geöffnet und fand eine trockene Masse, die auf der Oberfläche ein geriffeltes Muster zeigte, das aber auf Fingerdruck nicht reagierte.
Ich gab die Masse in eine Rührschüssel, hinzu einen halben Teelöffel Salz und eine kräftige Prise Kümmel und knete komplett durch.

Dann probierte ich.
Und war begeistert: genau so schmeckte früher der Harzer, wenn er noch nicht reif war.

Nun formte ich 4 Rollen, legte sie in eine hohe Auflaufform und bedeckte sie mit einem in Essig getränkten Tuch.
Diese Form halte ich seitdem immer in der Nähe oder in der Röhre des Herdes, damit sie möglichst viel Wärme mitbekommt.
Heute begannen die Rollen schon mit der Gelbfärbung.
Jetzt werde ich täglich das Tuch wechseln und sobald die Röllchen dick und gelb sind, sag ich bescheid!

Zutaten:

1 Pfund Quark (keine Industrieware!)
1/2 Tl Salz
1 Prise Kümmel

1 Handtuch
Essig
Keramikgefäß