Erdbeerhof Glantz vor dem Aus

Gestern Mittag. Verkaufsbude des Erdbeerhofs in einem mecklenburgischen Ort. Erdbeeren wie Sau, allerdings esse ich die nicht mehr, da die mit „Pflanzenschutzmitteln“ vergifteten Erdbeeren bei mir allergische Reaktionen auslösen. Erdbeeren aus der ungespritzten Natur hingegen vertrage ich kiloweise. (Ich freue mich gerade darüber, dass ich das Gift noch schmecke und dadurch gewarnt bin.)
Jetzt wollte ich Spargel kaufen. Es gab nur noch zwei Kiepen mit altem, viel zu dickem Spargel. Ich kaufte nicht.

Heute Mittag. Gleiche Bude, gleicher Ort. Neben den beiden Kiepen mit viel zu dickem Spargel gab es eine dritte mit Spargel, der augenscheinlich frisch war. Ein Kilo, 7,90 Euro, Feuer frei.
Schon beim Schälen ein seltener Geruch nach altem Bier. Beim Kochen ein Geruch von altem Bier und altem Spargel. Beim Essen: Die Spargelköpfe schmeckten genau so, wie Spargel schmeckt, wenn seine Untermieter, die Kleinstlebewesen, anfangen zu feiern und sich fröhlich zu vermehren.

Warum verkauft man mir und vielen anderen diesen ganz klar nicht frischen, sondern aufbereiteten, alten Spargel? Ist der Bauer pleite und kann keine frische Ware mehr liefern?

Ich verstehe da keinen Spaß mehr. Deshalb war das vermutlich mein letzter Kauf beim Erdbeerhof Glantz.
Dieser Hof steht vor dem Aus – auf der Liste der von mir bevorzugten Produzenten.

Das war jetzt kein witziger Text. Ich weiß. Ich bin sauer.

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Premiere!

Ich glaub, das habe ich noch nicht geschafft, seit es diesen Blog gibt: 1 Jahr nix geschrieben.
Da wird es aber Zeit, dachte ich. Doch irgendwie ist alles gesagt und ich kann ja nicht immer nur über das „La Bouche“ in Schwerin schreiben.
Ich könnte eine Jahreszusammenfassung schreiben. Mal sehen… Die wird recht kurz… Also: Das Rührei im Schweriner „La Bouche“ war nichts besonderes, also eher sogar gar nicht geil. Da aber vorerst nur noch abends offen ist, wird es vermutlich keine Frühstückskarte mehr geben. Apropos: Das Sonntagsfrühstück im Schweriner Angler 2 kann man echt machen. Ich hatte das englische und war sehr zufrieden. Das Ei heiß und nicht angebrannt, gebackene Bohnen, Bacon, Toast, ausreichend Butter(!)… Den Preis habe ich mir diesesmal nicht gemerkt, aber der war ok. Also das Frühstück + 2 Milchkaffee + 1 Pott Kaffee + 1 Glas Martini für um die 17 Euro. Ehrlich, da gibts nix zu meckern.
Die „Scharfe Ecke“ in Weimar konnte beim jüngsten Besuch im Frühjahr nicht überzeugen. Ich hatte das Rostbrätl und das war nix.
Fürchterlich war die „hausgemachte“ Soljanka im „Gasthof Zur Jarpenbeck“ in Grimmen, aber die Bedienung war sehr nett.

In diesem Jahr bin ich kaum rumgekommen. Das sollte mir nicht nochmal passieren.
Oh, das „Go Saleto“ in Schwerin war gar nicht übel. Also mal abgesehen davon, dass irgendwas bei den Antipasti schon gammelig geschmeckt hat. Ich kann mich leider nicht erinnern, was genau das war. Aber insgesamt hat der Laden überzeugt.

Eins fällt mir noch ein: In schlechter Erinnerung habe ich meinen diesjährigen Besuch im Gasthaus „Zur Quelle“. Ich hatte das Sauerfleisch. Das war aber nicht nur sauer, sondern schmeckte partiell nach Waschlappen. Ich aß tapfer auf und hatte dann einen schweren Abend mit Übelkeit. Nächstes Mal werde ich sowas sofort reklamieren.
Ach… und das Steak im Schweriner „Kartoffelhaus“ war sehr gut.

Ab sofort – ich verspreche es, werde ich mich wieder um diese Seite kümmern.
Guten Appetit!

Worcestersauce Ost

Also nein!
Wer seine ersten Lebensjahre mit der Dresdner Worcestersauce im Arm verleben durfte, der hat mit der Grenzöffnung in aller Regel eine herbe Enttäuschung erlebt, als er dann die echte Worcestershiresauce auf den Latz bekam. Denn die schmeckt wirklich eher herb im Vergleich zur sehr würzigen, lieblichen und runden Dresdner Variante.
worcester dresden
Es könnte sein, daß die Dresdner Worcestersauce den anderen Flaschen nicht mehr hinterherhinkt und sie im Verkaufsreigen vielleicht sogar überholt hat, oder im Begriff ist, es zu tun. Wahrscheinlich deshalb bekommt sie nun Konkurrenz im Regal.

Nun ging die Flasche zur Neige und ich mußte mit Nachschub nachschieben.
Bei Sky fand ich dann auch ein Regal und vor allem: nur eine Sorte. Es war nicht die Dresdner, aber die Flasche sah irgendwie entfernt ähnlich aus und das Etikett sprach „Qualität aus Sachsen“.

worcester sachsen

Ich sage nur: ACHTUNG!
Die Flaschen sind auf die Ferne zum Verwechseln ähnlich, das Würzgut-Etikett könnte – das war mein Gedanke – lediglich ein neues Label und ein moderneres Layout sein. Passiert ja manchmal.

Deshalb hier die Warnung: NEIN! Die Würzgut-Sauce ist eine ziemlich perfide optische Täuschung, der Geschmack ist nicht annähernd mit der original Dresdner Sauce zu vergleichen. Und ein Schelm, der im Lebensmitteleinzelhandel an Zufälle glaubt.

Ich habe also unfreiwillig den Vergleichstest gemacht und ich rufe Euch zu: laßt die Finger vom Würzgut-Fake, da wollen wieder ein paar findige Unternehmer dem Ossi ein X für ein U vormachen und ein langweiliges Allerweltsprodukt im Ostkleid als traditionelles Ostprodukt ausgeben.
Was nicht prinzipiell gegen die Würzgut-Sauce spricht. Sie schmeckt halt nur wie alle anderen Nachahmerprodukte.
Der exzellente und eigentümlich schöne Geschmack der Exzellent-Sauce bleibt tatsächlich der Exzellent-Sauce vorbehalten.

Also nochmal: so sieht das Original aus!
worcester dresden

Die Rettung: Eierpfannkuchen

Was macht man mit Milch, die bereits anfängt zu säuern?
Meine Eltern haben die Milch dann kurzerhand dick gelegt.
Kurios, wie sehr das nach Vergangenheit klingt, was allerdings daran liegt, daß, seit die Segnungen der BRD über uns kamen, die Zeit der echten Kuhmilch in der Kaufhalle vorbei war. Plötzlich ging das nicht mehr mit der „Frischen Vollmilch“.
Das liegt daran, daß die „Frische Vollmilch“ schon lange keine Milch mehr beinhaltet, sondern nur ein Gemisch aus Milchfett und fettfreier Milch. Wenn nun die Verfahren zur Denaturierung hinzugerechnet werden, kann der fröhliche Milchtrinker sich die Kugel geben, denn heraus kommt ein Getränk mit milchähnlichem Geschmack und ähnlicher Konsistenz, ABER EBEN KEINE MILCH!

Der Betrug, den unsere industrielle Milchwirtschaft an den Milchtrinkern täglich vollführt, ist genau diese industrielle Milchverarbeitung. Denn niemand weiß, ob diese Milch gesundheitsschädlich ist. Gesund ist sie aber mit Sicherheit nicht.
Naja, zumindest will unser deutscher Verbraucherschutz offenbar keine Zusammenhänge erkennen zwischen Chemiemilch und den immer häufiger getroffenen Diagnosen „Laktoseintoleranz“.
Daß es sich bei diesen Krankheiten NICHT um „Laktoseintoleranz“ handelt, sondern um eine Abwehr des menschlichen Körpers gegen Industriemilchprodukte, wird sowohl von Medizinern als auch von Verbraucherexperten irgendwie nicht bemerkt.

Denn kurios ist schon, daß quasi alle, die an der modernen „Laktoseintoleranz“ leiden, deren Symptome nur aufweisen, wenn sie Industrieware konsumierten.
Nicht aber, wenn sie reine unbehandelte Milch und natürliche Milchprodukte verzehrten.
Das will irgendwie niemand bemerken und es ist vermutlich auch noch niemand bei Hansano auf die Idee gekommen, diese Auffälligkeit zu untersuchen.

Nun, ich für mich habe fast sämtliche Industriemilchprodukte aus meinem Haus verbannt und verzehre nur noch Milch vom Hof Weitenfeld. Ebenso wie einige meiner Bekannten, die vom Arzt je eine „Laktoseintoleranz“ „verschrieben bekommen haben“, jene aber immer ad adsurdum führen, sobald sie natürliche Milch oder Sahne verzehren.

Zynisch und menschenverachtend ist zusätzlich die Kampagne, die von einigen selbsternannten Weltrettern gefahren wird, in der behauptet wird, Kuhmilch sei schädlich.
Natürlich unterscheiden diese boshaften Krakeler nicht zwischen „Frischer Vollmilch“ und echter unbehandelter Milch.

Also: wem Milch schmeckt, der sollte sofort umsteigen und sich den Milchbauern seines Vertrauens in der Umgebung suchen und nur noch echte Frischmilch konsumieren.
Sobald die Rohware jedoch Zwischenstation bei Hansano oder Landliebe gemacht hat, ist das Zeug in Wahrheit ungenießbar und jeder sollte die Finger davon lassen.
Hinzu kommt, daß diese Lebensmittelvergiftungskonzerne mit Hochdruck daran arbeiten, die heimischen Bauern in die Knie zu zwingen und die Milch lieber billig und denaturiert aus der Ukraine zu importieren. Das ist längst Gegenwart und wem daran gelegen ist, daß sich die Zukunft wieder dem wichtigen Naturgetränk Milch öffnet, der MUSS Industrieprodukte meiden und MUSS SOFORT beginnen, beim Bauern seines Vertrauens zu kaufen.

Und Pfannkuchen… wenn also diese Milch, die nur dann anfängt zu säuern, wenn es echte Milch ist, also diese angesäuerte Milch kann man wunderbar mit Ei und Mehl und Salz zu einem Eierkuchenteig verrühren, der sich dann noch ein paar Tage im Kühlschrank hält.
(Natürlich hält der sich nicht lange, weil man geneigt ist immer mal wieder schnell einen Eierpfannkuchen in die Pfanne zu hauen und ratz batz ist der Teig alle!)

FEINKOST PAPST

So, Freunde der feinen Küche. Jetzt gehts los. Der tochkopf setzt sich die Kochmütze auf und tritt heraus ans Licht! Nach Jahren des Meckerns und Besserwissens werden wir es nun endlich selbst tun!
Alle anderen hatten ihre Chance. Und bis auf Albert & Emile oder Steffen Henssler haben sie sie nicht genutzt (im Umkreis von ca. 100 km (Die Rösterei Fuchs kann man hier auch erwähnen. Doch doch.).
Wer weiterhin die Möhren-Ingwer-Suppe für was Feines hält, obwohl sie als zu schwach gesalzener Brei daherkommt… der darf das tun. Und in unsere Kürbissuppe kommt wirklich keine Kartoffel! Und auch keine Möhre! Es ist schließlich eine Kürbissuppe!
Wie geil das ist, vor allem auch der Pfefferkäse, das Ragout Fin oder die gefüllten Champignons… davon könnt Ihr Euch schon bald überzeugen, denn dann werden wir mit einem feinen Mittagsangebot auftauchen. Hier in der Toten Stadt Am Pfaffenteich. Jawoll. Denn hier geht noch was!!! (Unsere Tomatensauce… oh Gott…!!!)

Freut euch auf den FEINKOST PAPST!

Finca la Torre – Update

Inzwischen habe ich Antwort von Rapunzel.
Darin wird bestätigt, daß es sich neuerdings um ein gefiltertes Öl handelt, die alten Etiketten, auf denen „ungefiltert“ steht, aber „aus ökologischen Gründen“ aufgebraucht worden seien. So ist es also möglich, daß im Regal ein gefiltertes Öl steht, das aber als ungefiltert deklariert ist.

Für Rapunzel ist die neuerliche Filterung eine Qualitätssteigerung, da gefiltertes Olivenöl deutlich länger haltbar sei.
Na gut.
Für mich jedenfalls bedeutet das: ich muß mir ein neues ungefiltertes Öl suchen. Für Tipps bin ich sehr dankbar.

Angrillen, Wein und die Welt

Ein strahlender Sommertag.
Watn Glück, daß ich gestern beim Hof Schaalsee ein Pfund Roastbeef gekauft habe.
Also: Grill an und drei feine Rumpsteaks gebraten. Nebenbei Möhren in Stifte geschnitten und in Butter karamelisiert und einen Gorgonzola von Galbani in Sahne vom Hof Weitenfeld aufgelöst.
Und schon gabs: Rumpsteak an Gorgonzola-Sauce und Zuckermöhrchen.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte: mir ist etwas seltenes passiert.
Ich gehe in ein Restaurant und werde von einem Kellner fröhlich lächelnd begrüßt. Ich gehe zum Weinregal und entnehme zielstrebig einen Malbec von Andeluna, da bietet mir der Kellner doch glatt an, den Cabernet von Andeluna zu probieren. Sehr fein!
Ja. Sowas gibts also doch in Schwerin!
Im Weinhaus Krömer.