Allesisstgut – Seehotel Nakensdorf

Da kann man nicht viel sagen. Das ist wirklich gut.
Mit viel Glück bekamen wir noch einen Tisch am Sonntagabend. Merken Sie was? AM SONNTAGABEND! Sonntagabend sitzt der größere Teil Deutschlands vor dem Fernseher. Restaurants machen am Sonntag gerne früher zu, erst recht auf dem mecklenburgischen Land. Nicht so in Nakensdorf. Ausgebucht. Es ist aber auch schön dort!

So genug gelobt.
Ich finde, 35 Euro für ein Dreigangmenü mit fröhlichem Service ist kein Schnäppchen. Aber das Essen ist auch nichts fürs Bratwurstpublikum.
Es gab Cherryhering (Hammer!) und Kürbis-Apfelsuppe (hab ich nix von abbekommen), dann Kabeljaufilet auf Linsen (echt gut) und hintenraus 3erlei Käse (mit leckeren Dips) und Quarkplätzchen (Quarkklies, Quarkkeulchen, – hab ich auch nix von abbekommen).
Ich wills mal so sagen: Euphorie hat sich nicht eingestellt, denn es gibt in Mecklenburg inzwischen eine Handvoll Spitzenkneipen. Aber diese gehört dazu.
Es fehlte leider das gewisse Etwas, der Spritzer Limone oder Champagnerschaum… schade. Irgendwie, irgendwas.
Fakt ist: Dieses Objekt ist dringend zu empfehlen!
Seehotel Nakensdorf

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Scharfe Ecke – Weimar, Eisfeld

Stark! Wirklich.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht bei einem unserer vielen Thüringenbesuche als Kind schon einmal Thüringer Klöße aus Thüringen gegessen habe. Fakt ist, es hat sich mir nicht eingebrannt. Also war da nichts besonderes dran oder ich hatte tatsächlich noch keine.
In Weimar jedenfalls gibts echte Thüringer Klöße. Selbstverständlich bekommt man in Weimar in jedem Tourirestaurant „echte Thüringer Klöße“, aber in der Scharfen Ecke gibt es „hausgemachte“!
Ich bin ja Kloßfan. Und nun kann ich mit Bestimmtheit sagen: Thüringer Klöße sind nicht meine Lieblingsklöße. Daran ist aber dieses Restaurant nicht schuld, denn was man in der Scharfen Ecke geboten gekommt, das ist ziemlich gut. Allerdings muss man vermutlich aus dem Norden kommen, von dort, wo herbe Freundlichkeit normal ist. Denn die in Deutschland sonst übliche Scheißfreundlichkeit gibts in diesem Lokal nicht. Vermutlich, weil es hier immer noch so ist, wie früher in einer HO-Gaststätte: Die Gäste stehen Schlange. Wer nicht reserviert hat, der sollte sich keine Hoffnungen machen. Deshalb empfehle ich jedem, der ein ruhiges Abendbrot genießen möchte, nicht die Tische an der Tür zu reservieren.
Und für normal gewachsene Europäer genügt tatsächlich die kleine Portion! Wirklich. Dann gibts zwar nur einen Kloß, aber der ist ohnehin schon riesig.
Beim nächsten Besuch testen wir das Röstbrätl mit Bratkartoffeln.

Gourmetfabrik – Schwerin, Werderhof

Schade. Wir hatten etwas Lob gehört und gingen dann glatt auf Mittagstisch dorthin. Beim ersten Mal wars ganz gut. Also wirklich nur ganz gut. Das Vitello Tonnato war, wie soll ich sagen… das Fleisch schmeckte nach Kühlschrank. Schade. Der Mittagstisch meiner Begleitung war für 5,90 Euro ausgezeichnet.

Also gabs einen zweiten Versuch. Pünktlich kurz vor 14 Uhr. Es war Sommer, wir setzten uns draußen an einen Tisch. Die Bedienung fragte nach Getränken und brachte diese. Das wars.
Nach 10 Minuten ging ich hinein, um nach der Speisekarte zu fragen. So erfuhr ich immerhin, dass die Küche pausiert.
Das war nicht fetzig, denn ich hatte Hunger.

Ars Vivendi – Schwerin, Lennéstraße

Nein, das ist gar nicht teuer!
Dafür aber ist es lecker. Hier gibt es hausgemachte heiße Schokolade (3,50 Euro) und vor allem Vitello Tonnato (9,80 Euro)! Weil diese kleine Leckerei aus Kalbsbraten und Olivencreme mit Kapern obendrauf gleich am Beginn der Speisekarte stand, kam ich nicht dazu, den Rest zu lesen.
Ich verspreche aber, ich komme wieder mit viel Hunger. Und dann lese ich!
Insgesamt machte das Haus einen sehr ordentlichen Eindruck. Am Sonntagabend gut gefüllt, fanden wir aber noch einen kleinen Tisch für zwei und wurden trotz der mickrigen Bestellung (einen Kakao für die Dame und ein Wasser für den Herrn) äußerst freundlich bedient. Positiv fiel auch hier die Musik auf: Eine wilde Mischung von echten Klassik-Hits in brauchbaren Interpretationen. Ich erkannte zumindest Dvoraks 9. Symphonie, den zum Weinen schönen zweiten Satz, und eine Instrumentalversion von Schuberts Ständchen. Ging jedenfalls. Besser als Ostseewelle! (Hahaha)

Also, das Ding ist stimmig und wer mit guter Laune herkommt, der wird auch gut gelaunt wieder gehen, es sei denn, er ist ein Geizhals!

Ars Vivendi

Buscherie – Schwerin, Buschstraße

Ein wenig aufwändiges Rindercarpaccio für 13,90 Euro, das ist nicht gerade günstig. Und das Ambiente ist ganz schön lila. Also ganz schön dolle. Aber das fällt nur bei Tageslicht auf.
Sobald die Sonne die Grenze in Richtung Westen passiert und die Tür zugemacht hat, scheint es hier recht gemütlich.
Mehr gibts auch nicht zu kritisieren.
Der Rest ist Euphorie!
Mit der Buscherie hat Schwerin nun ein kleines feines Knusperhäuschen, wo es auf der Haut gebratenen Fisch auf Linsen gibt und auch ein fröhliches Vitello Tonnato. Es gibt Wein in einer Flasche, die sich immer an den Tisch zaubert, gerade dann, wenn man das Glas geleert hat. Manchmal sogar mit einer entzückenden Prinzessin im Gefolge!

Ja, endlich ein märchenhafter Essplatz in der Landeshauptstadt. Wir haben übrigens mehrfach getestet und können sagen: mit Stand heute gibts in der Buscherie gleichbleibend hohes Niveau. Schön ist auch, dass trotz der hohen Küche und der etwas konservativen Serviererei keine Wichtigtuerspackos in Kleid und Frack rumrennen und schlechte Laune verbreiten.
So bringt dieses Objekt nun einen Hauch von Weltstadt in die Vorburg am Pfaffenteich.

Unsere uneingeschränkte Empfehlung mit der Empfehlung, vor dem Erscheinen zu reservieren.

Buscherie petit

Lilleheden – Hirtshals, Hjørringgade

Man kommt nicht einfach so nach Hirtshals. Das muss man schon wollen!
Und wenn man dann dort ist, dann kann man schon mal sehr hungrig sein. Wer dann mit Touristenquatsch abgefertigt wird, der bekommt schlechte Laune.

Wir bekamen gute Laune.
Selbstverständlich mussten wir das in der Karte angepriesene Smørrebrød testen. Und so gab es Smørrebrød Kartoffel (55 Kronen) und Smørrebrød Roastbeef (62 Kronen). Beides simpel und hammerlecker.
Dazu nette Bedienungsdamen, Sonne, Hafen und Meer und – klar: Tuborg.

Es war zwar nur ein Imbiss unterwegs, dafür aber mit hohem Erinnerungspotential. Einfach schön.

Lilleheden Hirtshals

Angler II – Schwerin, Bornhövedstraße, Update 2013

Der Staub ist weg, das Objekt wirkt deutlich aufgehübscht und hinter dem Tresen steht ein funktionierender Kühlschrank!
Neuer Betreiber, neues Personal, neue Qualität. Ich würde sagen: Jawoll! Das geht!

Durch den „Angler II“ ist offenbar eine Putz-, Schleif- und Polierkolonne gerutscht. Das Ambiente wirkt warm und so freundlich wie die Crew. Die Karte klingt wie ein fröhlicher Kochlöffel: „Speckdicke & Quark“ oder „Labskaus“. Kein Geschwurbel, kein Doof-Getue, nein, dieser Laden ist nun ein sympathisches und rustikales Lokal geworden. Vermutlich das einzige in Schwerin, in dem es Labskaus gibt.

Wer nach dem Feierabend eine Kleinigkeit mit der Geliebten knabbern möchte, der bekommt hier feine Schweinereien („Röstgemüse & Joghurt-Limetten-Chili-Dip“) für 4 Euro und dazu gute Getränke zu guten Preisen (Tatsächlich gibts in der Karte „guten roten Wein“, das Glas für 3,50 Euro) und die Tasse „Vereinskaffee“ für 1,80 Euro.

Wir sagen: Ja, das ist ein leckeres Wohnzimmer für den Feierabend. Im Winter von Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr.

Angler II

Fernsehturm – Schwerin, Hamburger Allee

Das ging in Ordnung. Wenn man darüber hinweg sieht, dass das Kartoffelpüree auf meinem Teller einen säuerlichen Touch hatte und die Kartoffeln, aus denen es hergestellt worden war, eher keine Püree-Kartoffeln waren. Den Vorwurf kann man aber dem Handel machen. Wer sich nicht die Hacken wund läuft, um vernünftige Kartoffeln einzufangen, der bekommt heutzutage auf normalem Wege nur noch hundsmiserable Schweinefutterqualität für überhöhte Preise. Derzeit koche ich mit mehligkochenden Kartoffeln aus Lübesse, die in Wahrheit gar nicht mehligkochend kochen und auch nicht aus Lübesse, sondern aus Israel stammen. Sogar im Linseneintopf, der mehrere Stunden auf dem heißen Herd stand, waren die Kartoffelwürfel am Ende weiterhin eckige Würfel. Schlimm!

Ich bestellte also die Geflügelleber an Rotweinsauce und war erschrocken über die Riesenportion für diesen Preis: 8,90 Euro inkl. Salatteller. Geschmacklich gabs nichts zu meckern, wenn man – wie gesagt – säuerliches Kartoffelpüree mag. Vielleicht war es angeschlagen, vielleicht aber war es gewollt.
Die Portion war jedenfalls riesig und gourmetmäßig angerichtet (finde den Fehler!) und einen Tick zu bunt: Tomatenscheiben, Apfelscheiben, Möhrenhobel, Petersilie gehackt und als Zweig…

Das nächste Mal bestelle ich die halbe Portion, die man hier für 3/4 des Preises serviert bekommt. Zusammen mit einem Kännchen Ostfriesentee (2,90 Euro) liegt man dann locker unter 10 Euro für ein sehr ordentliches Mittag und 50 Cent Aufzugsrabatt gibts auch noch!

Fernsehturm Schwerin

Seglerheim – Schwerin, Werderstraße

Es gibt Restaurants, die muß man immer mal wieder besuchen, auch wenn man bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat. Manchmal wechseln die Eigentümer, manchmal aber auch die Einstellung des Chefkochs zur Gastlichkeit.
Im Seglerheim hat sich zumindest letzteres nicht geändert. Tüte auf, rein in den Dämpfer, rauf auf den Teller.
Schade.
Es ist eine sehr schöne Location, solange die Sonne auf die östlich ausgerichtete Terrasse scheint und die Getränke sind auch wirklich in Ordnung. Selbst der Kellner, der uns an diesem Sommertag im Juli bediente war machbar. Also er erschien etwas eigenwillig aber immerhin nett.
Für ein schnelles Mittagsmahl allerdings arbeitet das Haus deutlich zu langsam: Eineinhalb Stunden für eine Flasche Wasser, ein Glas Wein, einen Tonic, gefolgt von Kartoffelpuffern, Möhrenschaumsuppe und gebackenem Ziegenkäse mit Brot… das schafft nicht mal eine italienische Trattoria. Die Karottensuppe erschien in einem sehr großen Teller, war orange und mit Sahne garniert, schmeckte allerdings nach irgendwas und kann mit 4,90 Euro in Bezug auf die Qualität als deutlich zu teuer bezeichnet werden. Die Kartoffelpuffer (6,50 Euro) erschienen zu fünft mit ausreichend Apfelmus, schmeckten allerdings nach Pfanni, Maggi oder Stöver… irgendsowas.
Aber eine echte Frechheit ist der gebackene Ziegenkäse für 8,90 Euro. Zwei (in Zahlen: 2!) panierte Ziegenfrischkäsetaler (sehr wahrscheinlich fertig aus der Packung) auf wabbeligem Feldsalat mit einer eigentümlichen Feigen-Senf-Kreation und Baguette.

Tut mir echt leid, aber für heißgemachte Fertigware ohne eigene Note kann ich nicht Beifall klatschen.
Erstaunlich ist, daß der Laden offenbar läuft. Das spricht zumindest nicht für die Gäste.

Seglerheim Schwerin

Café Schlossbucht – Schwerin, Franzosenweg

In Schwerin ist der Ziegenkäse los! Und im Café Schlossbucht sogar Ziegenkäse aus der Region. Zumindest liest sich das so in der Karte. Und ich will das mal glauben.
Es war ein Freitagnachmittag und wir wollten fix einen Kaffee trinken, draußen; obwohl der Himmel graute und das eine oder andere Wasserflöckchen die Luft beleckte.
Im Café Schlossbucht war auf der Terrasse eingedeckt und eine sehr angenehme Kellnerin kredenzte warme Decken und die Karte.
Diese las sich so fröhlich feinschmeckerlich, daß es nicht beim Kaffee blieb und ich den in Speck gebackenen Ziegenkäse aus der Lewitz testen mußte. Denn es waren dazu gratinierte Tomaten und Sanddorndings, also so eine Art Dressing, versprochen.
Für 7,90 Euro!
Es war tatsächlich großartig. Von einem Feuerwerk möchte ich nicht sprechen, aber ein klein wenig Euphorie ist hier angebracht, gerade auch im Vergleich mit der Herzoglichen Dampfwäscherei.
Gebackener Ziegenkäse mit Schloßblick – im Café Schlossbucht kann ich das empfehlen.

Update 8.5.2013
Heute gabs die Tappas Tricolore. Etwas verwirrt war ich ob der Bezeichnung. Noch verwirrter war ich ob der Zusammenstellung. Die Bezeichnung ließ auf eine spanisch-italienische Koproduktion schließen. Doch am Ende war es eine Mittelmeer-Konnektion, denn es fand sich auf dem Serviergeschirr griechischer Schafskäse, der vermutlich in Frankreich hergestellt worden ist ebenso wie eine sehr leckere scharfe Knoblauchsauce unbestimmter Nationalität und Gurkenscheiben mit Knoblauch.
Ich wills mal so sagen: Wer schon mal in Spanien und Frankreich und Italien und Griechenland und in der Türkei mit Vergnügen gespeist hat, dem möchte ich die Tapas empfehlen.
Zwei Minuspunkte: Das dazugereichte Brot war mit 4 Scheibchen für 2 Erwachsene sehr bescheiden bemessen und die spanische Salami (Chorizo) war von minderer Qualität. Wer auf Chorizo abfährt, der sollte vorher fragen, ob die Küche eine hochwertige Sorte vorhält. Wenn nicht, dann: Finger weg!

Update Juli 2013
Finger weg vom Käseteller! Einfachste Supermarkt-Qualität zum Luxuspreis von 10,50 Euro. Dafür aber schön wenig.